Sonntag, 11. Januar 2015

Die verrückteste Fahrt meines Lebens

Hey ihr Lieben,

wie die Hamburger unter euch ganz sicher mitgekriegt haben, erfreut uns gerade der Orkan Felix mit seiner Anwesenheit. Und ihm habe ich auch die verrückteste Bahnfahrt meines Lebens zu verdanken: von Hannover nach Hamburg. 

Aber von Anfang an. Ich bin mit PIASTA in Hannover, wo wir mit dem Wetter sogar noch einigermaßen Glück haben. Während unsere Stadtführung bleibt es weitestgehend trocken doch danach geht es richtig los. Der Wind bläst uns regelrecht über das Messegelände und immer wieder gibt es heftige Regenschauer. Auch aufgrund des Wetters beschließen wir schon einen Zug früher zu nehmen, den Metronom um 17:40. Und hier geht es los, mit unserem "Städtetrip" von Hannover nach Hamburg. 

1. Hannover: 
Wir kommen um halb sechs in der Bahnhofshalle an, die schon ziemlich gefüllt ist. Grund: Überall auf der Anzeige steht "Zug fällt aus", Richtung Hamburg geht gar nichts mehr. Aber auch Stuttgart oder Frankfurt sind betroffen. Ich stelle mich zusammen mit der Polin Aleksandra und der Hamburgerin Mareile in die Schlange zum DB-Informationsstand. Es ist Viertel nach sechs als wir am Schalter sind. Mittlerweile wurde durchgesagt, dass der nächste Metronom in Richtung Hamburg um zwanzig vor sieben fahren wird. Wir lassen es uns bestätigen und eilen zum Gleis. Dort bekommen wir sogar noch Sitzplätze.

2. Uelzen: 
Im Metronom wird die Durchsage gemacht, dass wir leider nicht bis Hamburg fahren können, da die Gleise immer noch nicht freigegeben sind. Alle müssen den Zug in Uelzen verlassen. Es ist ein Schienenersatzverkehr eingerichtet, der aus drei Bussen besteht. Ich denke es ist euch allen klar, wie es ausgesehen hat. Ein gesamter Zug stürmt auf drei Busse zu. Ein unglaubliches Chaos, die Stimmung ist mancherort schon etwas gereizt und natürlich kommen wir nicht in den Bus. Während wir uns noch fragen, wann wohl die nächsten Busse kommen und wie viele es sein werden, kommt die nächste Durchsage: Der Metronom fährt weiter bis Bienenbüttel, alle zurück in den Zug. Die Massen stürmen in Richtung Gleis 103. Wir bekommen wieder einen Sitzplatz und unsere Stimmung ist erstaunlich gut. Unsere kleine Mädels-Gruppe hat zwar den Rest von PIASTA verloren, aber die finden wir schon wieder. 

3. Bienenbüttel:
Wir müssen alle den Zug verlassen, die Strecke nach Lüneburg ist nicht befahrbar. Es heißt also: Bus nach Lüneburg und dann wieder in den Metronom nach Hamburg. Wir schieben uns durch den Biennebütteler Bahnhof und irgendjemand ruft: Facebook-Freunde - einmal alle posten! Das bringt die Leute zum Lachen. Und überhaupt ist die ganze Situation irgendwie so absurd, dass es schon wieder witzig ist. Wir verlassen die Unterführung und Überraschung: kein einziger Bus! Dafür treffen wir den Rest unserer Gruppe wieder. Es drängen sich jetzt also (gefühlt?) hunderte Menschen auf dem Bahnhof des winzigen Bienenbüttel. Irgendwann kommen dann doch Busse: Es sind die bereits gefüllten aus Uelzen. Sie halten an, vermutlich um Leute herauszulassen. Irgendwie geht nichts voran. Endlich kommen noch weitere Busse. Das Gedränge geht wieder von vorne los. Bei den Menschenmassen bekommen wir natürlich erst einmal keine Plätze. Mittlerweile ist auch der Krankenwagen da, wahrscheinlich wurde jemand in dem Gedränge verletzt. Kurz überlegen wir ein Großraumtaxi zu nehmen, aber das bringt uns nur nach Lüneburg. Also warten wir weiter. Schließlich gelingt es uns doch, alle zusammen Plätze in einem Reisebus zu ergattern. 

4. Lüneburg: 
Der Busfahrer fragt uns, wer in Lüneburg aussteigen möchte. Es gibt nur sehr verhalten Rückmeldung. Also macht er folgende Ankündigung: "Dieser Bus fährt nach Hamburg durch." Spontaner Applaus für diese grandiose Idee! Zum Glück müssen wir nicht nochmal in Lüneburg in den Metronom steigen. Wer weiß, was es für Probleme auf der Strecke Richtung Hamburg gibt... Wir halten also nur kurz in Lüneburg an, sortieren uns neu (Leute steigen aus, wir bringen Koffer, die die Plätze blockieren, nach unten in den Gepäckraum und lassen ein paar Leute zusteigen) und dann gehts ab auf die Autobahn nach Hamburg. 

5. Hamburg:  
Die Busfahrt döse ich vor mich hin. Endlich ist es warm (ich hatte schon die ganze Zeit kalte und nasse Füße!) und ich habe die Nacht davor nur zwei Stunden geschlafen. Der Verkehr fließt anscheinend ganz gut, denn als ich das nächste Mal aus dem Fenster schaue sehe ich das SPIEGEL-Gebäude. Noch nie war ich so froh über diesen Anblick! Wir kommen um halb 11 in Hamburg an. Es werden noch ein paar Witze gerissen, die damit zu tun haben, was für eine unglaubliche Überraschungsfahrt PIASTA organisiert hat: nur für uns! Aber die Gruppe löst sich schnell auf, jeder will nur noch nach Hause. Zum Glück kommt die U-Bahn schnell und ohne Probleme und ich falle völlig fertig um 11 ins Bett. 

Also, vielen Dank Felix, DB, PIASTA für diese tolle Bahnfahrt! Ich werde sie nicht vergessen ;) 

Da ich aber ja einen tollen Tag in Hannover hatte und eigentlich darüber berichten wollte, kommt hier noch eine kleine Fotostrecke: 

Hundertwasser-Bahnhof Uelzen

Nikki de Saint-Phalle Passage

Bahnhof Hannover

Kröpcke Uhr

Opernhaus

Mahnmal für die jüdischen Opfer im Holocaust

Kunst in Hannover: Leibniz Statue

alte Stadtmauer

Charlotte Lindholms Arbeitsplatz im Tatort

Ruine der Aegidien Kirche

Neues Rathaus

Altes Rathaus

Marktkirche

Leibniz Haus

Ufer der Leine mit Nana-Statuen

Leibniz Universität Hannover

Inneres der Uni

Messe Hannover


Bleibt happy!
Eure Lena

2 Kommentare:

  1. Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen... ;-)

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  2. Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen... ;-)

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