Donnerstag, 8. Januar 2015

Glück im Portemonnaie - eine Karte aus St. Pauli



Moin Moin ihr Lieben,

heute erzähle ich euch die Geschichte einer ganz besonderen „Visitenkarte“.


Ich war am Montag bei einem Treffen der Couchsurfing Community. 
Ihr wisst nicht was Couchsurfing ist? Couchsurfing basiert auf einer Online-Community, bei der sich Leute anmelden und Übernachtungsmöglichkeiten suchen bzw. anbieten können. Ob auf dem Sofa im gleichen Zimmer wie der Gastgeber oder im Gästezimmer mit eigenem Bad, Couchsurfing bietet die unterschiedlichsten Möglichkeiten ein Bett für eine Nacht oder länger zu finden. Und dabei ist das Ganze komplett kostenlos. Es eignet sich also perfekt für Budget-Reisende, bietet aber viel mehr als nur einen günstigen Schlafplatz. 
Durch den „Host“ kann man die Stadt von einer ganz anderen Seite kennenlernen, Insider-Tipps über besondere Plätze bekommen, hat von Anfang an einen Ansprechpartner, und, wenn es gut läuft, einen Freund. Gerade für Allein-Reisende ist es also perfekt.
Guckt doch mal rein: www.couchsurfing.org
 
Abgesehen vom eigentlichen Couchsurfen gibt es aber auch noch die Couchsurfing Meetings, die in den meisten großen Städten angeboten werden. Hier treffen sich die ortsansässigen Couchsurfer, aber auch Reisende, die gerade in der Stadt sind. In Stuttgart ist es einmal im Monat, aber ich habe es leider nie geschafft hinzugehen. Hier in Hamburg trifft man sich wöchentlich, in der Bar „Kosmos St. Liederlich“ in St. Pauli. 

Am Montag habe ich meine Freundin Lea mit hingeschleppt. Für mich war es das zweite Treffen und es hat mir beim ersten Mal so gut gefallen, dass ich unbedingt nochmal hingehen wollte. Mal ganz abgesehen davon, dass man sein Englisch ein wenig praktizieren kann, lernt man viele neue Leute kennen und bringt ein bisschen Schwung ins soziale Umfeld. Und was hat man am Montagabend schon besseres vor?

Wir bestellen uns also ein Bier und setzen uns an einen Tisch. Nach und nach füllt sich die Kneipe (ich denke mal das ist die beste Bezeichnung dafür), aber die Leute an unserem Tisch kennen sich schon und führen ihre eigene Unterhaltung. 
Irgendwann löst sich Gruppe ein wenig auf und ich fasse einen Entschluss: Ich kommuniziere jetzt! Gesagt getan, ich quatsche die drei Männer neben uns an und schon entwickelt sich ein Gespräch. Einer kommt aus Hamburg und will seinen Master machen, einer ist für die Arbeit hergezogen und der dritte kommt aus Schweden und hat mangels eines Schlafplatzes die letzte Nacht draußen geschlafen. Ja, auch solche Geschichte hört man ab und zu! Wir versuchen also Tipps zu geben, wo er noch einen Host finden kann für diese Nacht. Schließlich ist es schon zehn Uhr abends. Irgendwann geht er, um sich mit jemand anderem zu unterhalten. Es sitzen nur noch wir vier am Tisch. Und reden und reden. Über Gott und die Welt und über den Geiz der Schwaben. Tatsächlich werde ich den ganzen Abend darüber aufgezogen. Und trotzdem bekomme ich am Ende des Abends diese Visitenkarte. 



Okay, wir haben alle eine bekommen, aber Lea und ich dürfen „das auch wörtlich nehmen“. Immerhin. Und außerdem geht es mir sowieso um die Idee. Was ist denn das bitte für eine süße Aktion? Wer würde denn nicht lächeln, wenn er so etwas in die Hand gedrückt bekommt? Es ist ein Sonnenschein-Moment an einem verregneten Tag. Und jedes Mal, wenn ich in meinem Portemonnaie auf die Karte stoße, freue ich mich. Wir sollten viel öfter unsere Zuneigung zeigen, ein bisschen Freude und Liebe weitergeben, und ja, warum nicht auch an Leute, die man gerade erst kennengelernt hat?! Es geht mir so gut, ich sollte also den Menschen, die nicht jeden Tag so viel Schönes erleben, ein wenig davon abgeben. Und das ist eine tolle Möglichkeit! 

Ich trage die Karte immer noch mit mir herum, aber wer weiß: vielleicht treffe ich ja eines Tages jemanden, dem ich sie weiterreichen möchte. 

Eine digitale Karte für euch alle!
Eure Lena

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